Marsdancer

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Description

Ein Kommentar von Karl-Heinz:

Der Mensch hat die Technologie gewonnen – und dabei die Erde aus dem Blick verloren.

Nie zuvor war unsere Spezies so mächtig. Wir haben gelernt, Materie zu spalten, Gene zu lesen, Kontinente digital zu verbinden und Maschinen denken zu lassen. Unsere Werkzeuge sind präzise, unsere Algorithmen effizient, unsere Reichweite global. Wir können in Sekunden kommunizieren, was früher Generationen dauerte. Wir nennen das Fortschritt.

Doch während wir Bildschirme perfektionieren, veröden Böden. Während Rechenzentren wachsen, schmelzen Gletscher. Während wir künstliche Intelligenz trainieren, verlieren wir natürliche Intelligenz – die der Wälder, der Ozeane, der komplexen Gleichgewichte, die Leben überhaupt erst ermöglichen.

Der Wahnsinn liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der Blindheit, mit der wir sie einsetzen. Wir optimieren Prozesse, aber nicht Verantwortung. Wir beschleunigen Produktion, aber nicht Einsicht. Wir messen Wachstum in Zahlen, während die Grundlagen dieses Wachstums – Wasser, Luft, Artenvielfalt – still verschwinden.

Hinzu kommt ein neuer Irrsinn: der Glaube, die Rettung liege nicht in der Bewahrung unserer Welt, sondern in ihrer Aufgabe. Während die Erde brennt, richten sich die Blicke der Tech-Gläubigen zum Mars. Nicht der Mensch, seine Beziehungen, seine Gesellschaften und seine Verantwortung stehen im Zentrum der Zukunft – sondern die Flucht in eine lebensfeindliche Einöde, die wir mit immensem Aufwand künstlich bewohnbar machen wollen.

Es ist eine bemerkenswerte Umkehrung von Vernunft: Statt den einzigen Planeten zu schützen, der uns ohne Raumanzug ernährt, atmen lässt und trägt, investieren wir Fantasie, Kapital und Hoffnung in die Umsiedlung weniger Privilegierter auf einen toten Himmelskörper. Nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Hybris. Nicht aus Demut, sondern aus der Weigerung, das eigene Verhalten zu ändern.

Technologie hätte ein Werkzeug zur Bewahrung sein können. Stattdessen wird sie zur Ausrede für Verantwortungslosigkeit: Warum verzichten, warum reparieren, warum Maß halten, wenn man glaubt, es gäbe einen zweiten Planeten im Reservefach? Der Mars wird so zum moralischen Fluchtpunkt – ein Versprechen, das erlaubt, die Gegenwart weiter zu zerstören.

Wir können den Mars erreichen, aber offenbar nicht den Punkt, an dem wir unser Handeln hinterfragen. Wir planen interplanetare Zivilisationen, während wir an der einfachsten Aufgabe scheitern: auf der Erde menschlich zu bleiben.

Vielleicht ist das der eigentliche Verlust: nicht nur die Erde, sondern der Mensch als Maßstab. Eine Zukunft, in der Technik wichtiger ist als Leben, in der Expansion wichtiger ist als Erhaltung, ist keine Vision – sie ist Kapitulation vor der eigenen Verantwortung.

Die Frage ist nicht, ob wir den Mars besiedeln können. Die Frage ist, warum wir bereit sind, einen Planeten zu kolonisieren, bevor wir gelernt haben, unseren eigenen zu bewahren. Denn eine Zivilisation, die lieber flieht als sich ändert, hat nicht zu wenig Technologie – sondern zu wenig Weisheit.

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Produkt

Alu-Dibond, Leinwanddruck, 2 cm, Leinwanddruck, 4 cm

Format in cm

100×75, 140×100, 140×105, 180×135, 40×30, 60×45, 60×40, 80×60, 120×90, 160×120